Gothic

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Gothic2018-06-27T21:38:34+01:00

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Traurige, schwarz gekleidete Leute? Ein absolutes Vorurteil. Die Gothic-Szene ist intellektuell und reizvoll. Nicht der gemeinsame Todeswunsch oder die Ausübung satanistischer Rituale vereint die Szene, sondern Musik und Mode!

Einblick in die Gothic-Szene

Wenn ein Außenstehender von „Goths“ hört, denkt er sofort an traurige, melancholische Menschen in schwarzer Bekleidung, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen. Doch das ist ein schlimmes Vorurteil, die Szene ist vielseitiger und komplexer. Wenn man sich z.B. auf dem größten Event der Szene in Deutschland (WGT= Wave Gothic Treffen) mit den Teilnehmern auseinandersetzt, wird man überrascht. Aus allen Gesellschaftsschichten, mit den
unterschiedlichsten Hobbys und vor allem den unterschiedlichsten Charakter findet man unter den Goths. An jeder Ecke irgendwelches Gerede über Tod und die Sinnlosigkeit des Lebens? Nein! Es wird durchaus auch gescherzt und gelacht. Ganz normale Gespräche werden geführt. Diese fallen gerne auch philosophisch, tiefgründig und manchmal etwas melancholisch aus, aber was ist daran falsch? – Wir finden Nichts! Das was diese Menschen wirklich vereint: Musik und Mode.

Und das obwohl sich die Gothicszene mittlerweile in viele weitere Untergruppen unterteilt (mehr dazu hier). Trotzdem haben alle die Gemeinsamkeit, wahnsinnig viel Wert auf einen perfekten optischen Auftritt legen, für diese Szene modisch. Stundenlang wird sich geschminkt, frisiert und eingeschnürt, selbst an
Festivals unter enorm erschwerten Verhältnissen. Am besten für jedes Event oder jeden Tag an einem Festival ein anderes Outfit.

Überwiegend findet man die „Farbe“ Schwarz, in allen Abstufungen. Man findet zudem (meist als Akzent) ein tiefes Blau, dunkles Violett, Weiß oder Bordeaux-Rot. In Anlehnung an die Wurzeln im Punk werden in manchen Untergruppen Kleidungsstücke, wie Strumpfhosen oder Netzhemden, absichtlich mit Rissen oder Löchern versehen. Aber auch ein glamouröser Aspekt spielt mittlerweile eine Rolle. Silber, Gold findet man immer mehr nicht nur in Form okkulter Elemente, Nieten oder Schnallen, sondern als anders gestalteter Schmuck wieder. Elemente aus Kleidungsstilen der Renaissance sind ebenso präsent, wie ein an das Viktorianische Zeitalter oder an den Jugendstil angelehnte Outfits. Generell die jeweiligen Kleidungsstile jedoch nur selten in reiner Form anzutreffen. In der Regel handelt es sich um einzelne Kleidungskomponenten unterschiedlicher Epochen, die eklektisch miteinander kombiniert werden. Damit finden sich auch Parallelen zum Steampunk: Forme, Schnitte, inspirierende Epochen. Ebenso werden in dieser Szene oft die Materialien Leder, Metall und leichte Stoffe benutzt. Corsagen, Reifröcke, Zylinder, Fracks… gehören bei beiden Subkulturen einfach dazu.